Golfclub Bad Kissingen

Der Golfclub besteht seit 110 Jahren und pflegt nach eigenen Angaben einen der traditionsreichsten Plätze weltweit.
Mit einer Vernissage wurde außerdem die Ausstellung „Westwärts – über die Ozeane“ von Gertrud Gerlach eröffnet.

Bad Kissingen — Franz-Josef Schäfer, Präsident des Golfclubs Bad Kissingen, bezeichnet das 110-jährige Bestehen des Vereins als „kein rundes Jubiläum,
aber eines, dass man feiern sollte“. Im kleinen Rahmen begangen wurde der Geburtstag mit einem Jubiläumsturnier um den traditionsreichen BoxbergerPokal und einer Ausstellung mit Aquarellen von Gertrud Gerlach, die während einer Weltreise entstanden. Im Freien und mit Abstand begrüßte der Präsident die Gäste. Vor dem Hintergrund der weitläufigen Flächen am Saaleufer lobte er den Golfplatz als „Juwel, das gehegt und gepflegt werden will“. Er bedankte sich bei den vielen Freiwilligen, die
sich für den Verein engagieren, bei den 80 Mitgliedern, die in diesem Jahr dem Golfclub beigetreten sind, und den Verantwortlichen für den 750 000- Euro-Etat, der eine solch gepflegte Anlage ermöglicht. Der Kissinger Golfplatz sei einer von 35 000 Plätzen weltweit, berichtete Schäfer, „aber mit Sicherheit einer der traditionsreichsten“. Schäfer freute sich auch über die Fortsetzung der Tradition, dass die Clubräumlichkeiten einmal mehr für eine Ausstellung genutzt werden. Präsentiert werden 20 Aquarelle von Gertrud Gerlach, deren Entstehung durch Abzüge aus ihren
„Skizzen-Tagebuch“ dokumentiert werden.
Die Künstlerin selbst ist Mitglied des Golfclubs und möchte die Betrachter mit auf die Reise rund um die Welt nehmen, umschreibt sie ihre Intention. Doch die Corona-Pandemie beendete diesen langgehegten Wunsch der Familie Gerlach: Nach 72 Tagen war in Sydney (Australien) das abrupte Ende der Schiffsreise, die in Marseille (Südfrankreich) begann und nach 117 Tagen auch dort hätte enden sollen.
„Doch das wussten wir nicht, als wir am 6. Januar starteten“, so die Künstlerin während der Vernissage zur Ausstellungseröffnung. „Westwärts – über die
Ozeane“ ist die Ausstellung betitelt, die im Uhrzeigersinn die Stationen zeigt, die mit der „MSC Magnifica“ angesteuert wurden und die sich in farbenprächtigen Impressionen zu den Schauplätzen und ergänzenden Anekdoten in ihrem SkizzenTagebuch niederschlugen. Was für andere mittlerweile die Digitalkamera oder die Fotolinse des Smartphones und damit eine Flut an Schnappschüssen ist, ist für Gertrud Gerlach „ein Block und meine Farben“, mit denen sie ihre besonderen Reiseeindrücke auf einmalige Art verarbeitet. Diese Utensilien waren im Reisegepäck, und so entstanden die 20 DIN-A3-großen Aquarelle auf den Schiffspassagen zwischen den einzelnen Häfen auf der Grundlage ihres Reisetagebuchs. Die Straße von Gibraltar, Lissabon, Rio de Janeiro, Buenos Aires, Feuerland, Osterinseln, Tahiti, Neuseeland und Sydney – in ihren Aquarellen spiegeln sich nicht nur die Städte und Landschaften wider, sondern auch die Menschen, die während dieser Erlebnistour Eingang in ihr Reisetagebuch fanden. Der Betrachter
sieht nicht nur die Stationen der Reise, sondern erfährt auch etwas über den Blick der Künstlerin auf ihre Umwelt. Die Erfahrung aus 30 Jahren künstlerischen Wirkens spiegeln sich in faszinierenden Charakterstudien, einfühlsamen Straßenszenen, in der innigen Verbundenheit eines Tango tanzenden Paares oder im eisblauen Züngeln
eines Gletschers wider – und dies modelliert aus Wasser und Aquarellmalfarben.

Quelle: Klaus Werner, Saale Zeitung-www.infranken.de